Aus der Chronik

Es wurden „Schützenfeste“ in der Nachbarschaft der Sandkuhle schon in den 20iger Jahren gefeiert, mit Vogelschuss und allen, was dazu gehörte.
Sie ließen ihr Fest immer mit dem Ball des Ziegenzuchtvereins in Frölichs Saal zusammenfallen.

Doch damit gaben sich die Anwohner des Lippweges auf die Dauer nicht zufrieden. Sie wollten ihren eigenen Schützenverein haben.
Auf Initiative einiger Anwohner des Lippweges, ganz besonders muss hierbei der Name Bernhard Reinkemeier erwähnt werden, wurden erste Gespräche in Brockamp`s Garten am Lippweg geführt und der Kreis der Interessenten wurde immer größer.

Am Mittwoch, dem 15. August des Jahres 1934 trafen sich 33 Personen in der Gaststätte Barkhaus an der Oststr. und noch an diesem Abend wurde der Schützenverein Lippweg gegründet.

Unmittelbar nach der Gründungsversammlung wurde bereits das 1. Schützenfest gefeiert und ein „Außenseiter“ Willi Raue wurde 1. König der Schützengilde. Er nahm sich Frau Frieda Nagel zu seiner Königin.
Bis zum 2. Weltkrieg wurde - außer 1938 immer gefeiert aber dann von 1940 bis 1948 konnte wegen der Kriegseinwirkungen nicht gefeiert werden.

Wieder war es Bernhard Reinkemeier der alle Hebel in Bewegung setzte und tatsächlich, als erster Schützenverein der Stadt, wurde am 04. September wieder Schützenfest gefeiert.
Auf der Versammlung am 27. Juli 1949 wurde dann auch ein Vorstand - Josef Nivelnkötter sen. - 1. Vorsitzender, Bruno Wessel - 2. Vorsitzender, Albert Heese - Schriftführer u. Willi Nagel - Kassier gewählt. Letzter übernahm auch die Leitung der Offiziere. Der Jahresbeitrag wurde auf 4,00 DM festgelegt.

Von der Stadt Beckum war keine Genehmigung erteilt worden, den Vogel abzuschießen, aber man wusste sich zu helfen. Mit anderen Wurfgeschossen ( Steine, Runkeln ) ging es dem Vogel zu Leibe und so wurde Fritz Pöpsel erster Hampelmannskönig und Alfons Ahlers erster König nach dem Kriege.

In den ersten Jahren nach dem Kriege fand neben dem Schützenfest auch jeweils ein Sommerfest statt, denn Gemütlichkeit wurde in der Sandkuhle immer groß geschrieben und so wurde dann auf der Versammlung am 17. März 1951 auch der Namen geändert. Einstimmig wurde der Umbenennung auf Schützengilde Sandkuhle zugestimmt.

Seit dem Jahre 1953 gibt es das Vereinslied und im gleichen Jahr wurde dann auch eine Vereinsfahne angeschafft und geweiht.

Anlässlich des 25jährigen Bestehens im Jahre 1959 wurde dann das eigene Ehrenmal im Vorgarten des Schützenbruder Josef Nothegger eingeweiht und zahlreiche Gastvereine nahmen an dieser Feier teil.

das Ehrenmal der Schützengilde

Bis zum Jahre 1960 war es auch üblich, dass Offiziere hoch zu Ross ritten und die Throngesellschaft in Kutschen gefahren wurden.

In den Jahren 1963 bis 2010 waren es die Damen, die den Frühschoppen am letzten Tag des Schützenfestes durch ihre „Dönekes“ bereichern.

Bis zum Jahre 1971 schossen die Jungschützen immer auf den Hampelmann und seit dem wird auch hier auf einen Vogel geschossen.
Erster Jungschützenkönig wurde Hans Reinkemeier im Jahre 1972.

Im Jahre 1979 wurde die Parade abgeschafft und seit dem Jahre 1999 wird Schützenfest von Freitag bis Sonntag gefeiert.

Seinen letzten Höhepunkt hatte dann bei der 750 Jahr Feier der Stadt Beckum 1984 Oberst Willi Nagel, der das Kommando über alle teilnehmenden Schützen beim Schützentag hatte. Leider verstarb er viel zu früh am 11. Juni 1984 - Änderungen im Ablauf des Programms gab es immer wieder.

Im Jahre 1984 konnte dann unter großer Beteiligung der Schützenvereine der Stadt das 50. Jubiläum gefeiert werden und Jubiläumskönig wurde Benedikt Weber der sich als Kaiser seine Ehefrau Lene zur Königin nahm.

In den Jahren 1961 bis 1989 hatte Heinrich Schulte als Vorsitzender das Sagen und unter seiner Regie wurde vieles regeneriert und unter seiner Leitung wurde mit 399 Mitgliedern der Höchststand bei den Mitgliederzahlen erreicht. Für seine außergewöhnlichen Verdienste um das Schützenwesen wurde ihm am 10. September 1991 durch Landrat Josef Predeick die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Drei Schützenkönigen gelang es bisher, sich auch beim Kaiserpokalschießen aller Könige der Stadt sich den Titel zu sichern und zwar 1983 war es Bernhard Beyer, 1986 Horst Hellweg und im Jahre 1987 gelang dieses Hermann Harnack.

Seit dem Jahre 2002 wird in der Sandkuhle, wie es Tradition war, der Vogel nicht mehr mit dem Luftgewehr abgeschossen. Auf Grund einer Überarbeitung des Waffengesetzes muss nunmehr auf Großkaliber zurückgegriffen werden und hierfür war der Neubau einer Vogelstange notwendig. Durch die großzügige Unterstützung des damaligen 2. Vorsitzenden Rudolf Lehmann war es möglich, diese Vorgabe zu verwirklichen. Wurde bisher zeitgleich geschossen, erfolgt dieses nun hintereinander und Marc Sembach bei den Jungschützen und Rudi Sickmann bei den Altschützen waren die ersten Majestäten mit größerem Kaliber.

Im Jahre 2009 konnte dann das 75 jährige Jubiläum gefeiert werden. Mit einer großen Anzahl an Gastvereinen wurde ein unvergessenes Fest gefeiert.
Jubiläumskönigspaar im Jahre 2009 waren Hans-Erich I. Teuber mit Dagmar I. Peters.

Auf Grund besonderer Verdienste wurden folgende Mitglieder der Schützengilde Sandkuhle geehrt. Ehrenvorsitzenden u. Ehrenmitglied war Heinrich Schulte v. 21.11.1989 b. 08.11.1999 †, Ehrengeschäftsführer u. Ehrenmitglied ist Günther Ehrentraut seit dem 05.11.2010.

Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden Wilhelm Hessling v. 1952 b. 07.02.1974 †, Bernhard Mersmann v. 1959 b. 15.10.1981 † Franz Kappen v. 1964 b. 28.12.1999 †, Franz Westermann v. 21.11.1978 b. 07.07.1984 †, Alfons Heese v. 18.11.1980 b. 06.04.2003 †, Bernhard Reinkemeier v. 17.11.1981 b. 21.03.1997 †, Heinz Meinert v. 20.11.1990 b. 26.08.2009 † und Bernhard Beyer v. 03.11.2000 b. 11.11.2005 † bzw. sind noch Josef Nivelnkötter seit dem 05.11.1999, Alfons Großecosmann seit dem 05.11.1999, Alfons Nienaber seit dem 03.11.2000, Alfred Orberger seit dem 05.11.2004, Horst Hellweg seit dem 02.11.2007, Alfred Striethorst seit dem 06.11.2009 und Rudolf Lehmann seit dem 02.11.2012.

Auch bei den Offizieren gab es Auszeichnungen.
Ehrengeneraloberst der Schützengilde war Heinz Meinert v. 09.06.2006 b. 26.08.2009 † und seit dem 09.06.2006 Alfred Orberger, Den Titel des Ehrenhauptmann führten Hermann Heese v. 04.11.1978 b. 01.08.1986 †, Heinz Großecosmann v. 04.11.1978 b. 22.02.1996 † sowie Bernhard Röwekamp seit dem 05.11.1999 und Franz-Josef Pötter seit dem 31.10.2002. Ehrenoffiziere sind seit dem 13.06.2008 Horst Hellweg und Werner Jasper.

Neben dem Schützenwesen stehen die Schützen auch dem Karneval sehr nah. Drei Schützen - Willi Nagel, Heinz Meinert u. Werner Steinhoff waren gar Stadtprinz und gleich dreimal ( 1976, 1988 u. 2004 )wurde auch durch die Schützen der Stadtelferrat gestellt.
Im Jahre 1953 wurde und seit dem Jahre 1976 wird immer ein Wagen für den Beckumer Rosenmontagszug gebaut.

Ebenfalls sehr aktiv sind die Schützen dem Schießsport verschrieben und hier konnten in den vergangenen Jahren viele Erfolge erzielt werden. So gewannen die Schützen 5 x das Jungschützenpokalschießen, 8 x das Stadtpokalschießen, 24 x das Vergleichsschießen, 4 x den Altkreis Pokal, 3 x den Neukreis Pokal und auch der Jubiläumspokal der Stadt Beckum im Jahre 1984 konnte gewonnen werden.
Mit Heinz Reinkemeier wird zudem der erfolgreichste Schütze der Stadt gestellt, der in den vergangenen Jahren 28 Mannschaftstitel und 31 Einzelmedaillen gewann.

das Begrüßungsschild an der Sandkuhle